
Krankheiten bei Aquarienfischen erkennen: die häufigsten Probleme und wie man sie verhindert
, Von Michael van Wassem, 7 min Lesezeit

, Von Michael van Wassem, 7 min Lesezeit
Die meisten Krankheiten bei Aquarienfischen entstehen durch eine gestörte Wasserqualität, nicht durch Zufall. Erkennen Sie die Anzeichen rechtzeitig und beugen Sie Problemen vor.
Ein Fisch, der sich plötzlich still in eine Ecke zurückzieht, nicht mehr frisst oder seltsame Flecken auf dem Körper bekommt: Für viele Aquarianer ist das ein Grund zur Sorge. Die gute Nachricht ist, dass die meisten Krankheiten bei Aquarienfischen nicht "aus dem Nichts" entstehen. Sie sind fast immer die Folge einer gestörten Wasserqualität, von Stress oder davon, dass neue Fische zu schnell eingesetzt werden. Erkennt man die Anzeichen rechtzeitig, lässt sich in den meisten Fällen noch etwas tun.
In diesem Artikel erfahren Sie, welche Krankheiten am häufigsten vorkommen, woher sie stammen und vor allem: wie Sie verhindern, dass Ihre Fische überhaupt krank werden.
Fische können sich nicht beschweren, aber ihr Verhalten verrät meist schnell genug, dass etwas nicht stimmt. Achten Sie auf folgende Anzeichen:
Eines dieser Anzeichen allein ist noch kein Grund zur Panik, aber sobald mehrere gleichzeitig auftreten, ist es Zeit zu handeln.
Es gibt Dutzende Erkrankungen bei Zierfischen, aber nur eine kleine Anzahl davon ist für den Großteil der Fälle in einem gewöhnlichen Heimaquarium verantwortlich.
Die Weißpünktchenkrankheit, verursacht durch den Parasiten Ichthyophthirius multifiliis, ist bei Weitem die häufigste Fischkrankheit. Erkennbar an kleinen weißen Punkten, vergleichbar mit Salzkörnern, verteilt über Körper und Flossen. Betroffene Fische scheuern sich oft und atmen schneller. Der Parasit verbreitet sich rasend schnell über das Wasser, daher ist bei Verdacht schnelles Handeln wichtig. Ich tritt fast immer nach Stress auf, etwa durch Temperaturschwankungen oder das Einsetzen neuer Fische ohne Quarantäne.
Bei Flossenfäule verfärben sich die Ränder von Flossen und Schwanz ausgefranst, weiß oder bräunlich und zehren sich langsam ab. Die Ursache ist meist eine bakterielle Infektion, die eine Chance bekommt, weil der Fisch durch schlechte Wasserqualität, Verletzungen oder anhaltenden Stress geschwächt ist. Frühzeitiges Eingreifen — Wasserqualität verbessern und den Fisch gegebenenfalls isolieren — verhindert, dass sich die Infektion auf den Körper ausbreitet.
Ein Fisch, der schief schwimmt, an der Oberfläche treibt, am Boden liegt oder Gleichgewichtsprobleme hat, hat möglicherweise ein Schwimmblasenproblem. Dies kann durch Verstopfung entstehen (häufig bei Überfütterung oder zu trockenem Futter, das im Magen aufquillt), durch eine bakterielle Infektion oder durch angeborene Fehlbildungen bei bestimmten Zuchtformen wie Zierschleierschwanz-Goldfischen. Vorübergehendes Fasten und das Anbieten von eingeweichtem Futter hilft oft bei fütterungsbedingten Fällen.
Dies ist im klassischen Sinne keine Krankheit, sondern eine Vergiftung, die mindestens so viele Fische krank macht oder tötet wie alle Infektionen zusammen. Fische schnappen an der Wasseroberfläche nach Luft, haben rote, gereizte Kiemen und werden apathisch. Die Ursache ist fast immer ein Aquarium, dessen biologischer Filter sich noch nicht eingefahren hat, kombiniert mit zu vielen Fischen, die in zu kurzer Zeit eingesetzt wurden.
Ein watteartiger, weißlicher bis gräulicher Belag auf Haut, Flossen oder Eiern deutet meist auf eine Pilz- oder Wasserschimmelinfektion hin (zum Beispiel Saprolegnia). Diese befällt fast immer Stellen, an denen die Haut bereits beschädigt ist, etwa durch eine frühere Verletzung, Flossenfäule oder Parasiten. Gute Wasserqualität und das Vermeiden von Verletzungen sind der beste Schutz.
Fast jede oben genannte Erkrankung hat dieselbe zugrunde liegende Ursache: gestörte Wasserqualität oder Stress. Ein Aquarium ist ein geschlossenes System, in dem Ammoniak (aus Fischkot, unverdautem Futter und verrottendem Pflanzenmaterial) dank der Bakterien im Filter in Nitrit und anschließend in das weniger schädliche Nitrat umgewandelt wird. Wird dieses Gleichgewicht gestört — durch Überbesatz, Überfütterung, einen frisch gereinigten Filter oder ein zu kleines Becken — sinkt die Widerstandskraft der Fische, und Parasiten, Bakterien und Pilze haben leichtes Spiel.
Muss ich immer das ganze Aquarium behandeln, oder reicht Isolieren?
Bei Parasiten wie der Weißpünktchenkrankheit befindet sich ein Teil des Lebenszyklus frei im Wasser, daher behandelt man meist das ganze Aquarium. Bei einer lokalen Infektion oder Verletzung kann Isolieren in einem Quarantänebecken oft ausreichen.
Wie schnell muss ich bei der Weißpünktchenkrankheit reagieren?
Am besten innerhalb weniger Tage: Der Parasit vermehrt sich schnell und verbreitet sich leicht auf andere Fische im selben Wasser.
Sind alle Fischkrankheiten für andere Fische ansteckend?
Nein. Parasiten und die meisten Pilzinfektionen sind ansteckend, ein Schwimmblasenproblem durch falsche Fütterung zum Beispiel nicht.
Wie oft sollte ich mein Aquarienwasser testen?
Wöchentlich bei einem frisch eingerichteten Aquarium, bei einem stabilen, eingefahrenen Aquarium reicht oft einmal im Monat — es sei denn, Sie bemerken etwas Ungewöhnliches.
Kann ich einen kranken Fisch einfach bei den anderen Fischen lassen?
Das kann das Ansteckungsrisiko erhöhen. Isolieren ist im Zweifel immer die sicherste Wahl, sowohl für den kranken Fisch als auch für den Rest des Aquariums.
Die meisten Krankheiten bei Aquarienfischen — von der Weißpünktchenkrankheit über Flossenfäule bis zu Schwimmblasenproblemen — haben einen gemeinsamen Nenner: gestörte Wasserqualität und Stress. Indem Sie Ihr Aquarium richtig einfahren lassen, regelmäßig Wasser wechseln, nicht überfüttern und neue Fische quarantänisieren, verhindern Sie den Großteil der Probleme. Bemerken Sie dennoch Anzeichen eines kranken Fisches, testen Sie zuerst das Wasser, isolieren Sie bei Bedarf und behandeln Sie gezielt. Im Zweifel ziehen Sie einen Aquarienspezialisten oder erfahrenen Tierarzt hinzu.
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