
Glucosamin und Chondroitin für Hunde und Katzen: Was bewirken sie für die Gelenke?
, Von Michael van Wassem, 8 min Lesezeit

, Von Michael van Wassem, 8 min Lesezeit
Ihr Hund steht nach dem Aufstehen etwas steifer auf den Pfoten, oder Ihre Katze springt nicht mehr so selbstverständlich auf die Fensterbank wie früher. Für viele Halter ist das der Moment, in dem der Begriff "Glucosamin" zum ersten Mal auftaucht: auf einer Futtertüte, im Nahrungsergänzungsregal oder im Rat des Tierarztes. Kurz gesagt sind Glucosamin und Chondroitin Bausteine für Knorpel, die die Beweglichkeit der Gelenke unterstützen. Sie lindern keine akuten Schmerzen wie ein Entzündungshemmer, sondern unterstützen langfristig die Qualität des Knorpels. Im Folgenden erfahren Sie genau, was diese Stoffe bewirken, wann ein Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll ist und worauf Sie bei der Wahl achten sollten.
Glucosamin ist ein Stoff, der natürlicherweise im Knorpel Ihres Hundes oder Ihrer Katze vorkommt. Knorpel bedeckt die Enden der Knochen in einem Gelenk und sorgt dafür, dass sich Knochen reibungslos aneinander bewegen. Glucosamin ist ein Baustein, mit dem der Körper neues Knorpelgewebe und Gelenkflüssigkeit (Synovia) aufbaut.
Chondroitin ist ein weiterer natürlicher Bestandteil des Knorpels. Es bindet Wasser im Knorpelgewebe, wodurch der Knorpel elastisch bleibt und Stöße abfedern kann. Zudem hemmt Chondroitin Enzyme, die Knorpel abbauen.
Mit zunehmendem Alter nimmt die körpereigene Produktion beider Stoffe allmählich ab, während der Knorpel weiterhin täglich beansprucht wird. Nahrungsergänzungsmittel mit Glucosamin und Chondroitin sollen dieses Defizit ausgleichen.
Ein Gelenk besteht aus zwei Knochenenden, die mit Knorpel bedeckt sind, umgeben von einer Gelenkkapsel mit Gelenkflüssigkeit. Diese Flüssigkeit schmiert das Gelenk und versorgt den Knorpel, der selbst keine Blutgefäße besitzt, mit Nährstoffen. Bei Verschleiß (Arthrose) wird der Knorpel dünner und weniger elastisch, wodurch die Knochen mehr Reibung erfahren. Das verursacht Steifheit, Bewegungseinschränkungen und langfristig Schmerzen.
Glucosamin und Chondroitin greifen in diesen Prozess ein, indem sie die Bausteine liefern, die der Körper braucht, um Knorpel zu erhalten und Gelenkflüssigkeit zu bilden. Die Wirkung ist also vor allem unterstützend und aufbauend, nicht unmittelbar schmerzlindernd. Deshalb dauert es meist einige Wochen, bis ein Ergebnis spürbar wird. Ein Nahrungsergänzungsmittel wirkt am besten als Ergänzung zu – nicht als Ersatz für – die tierärztliche Behandlung bei einem bereits schmerzenden Tier.
Nicht jedes Tier benötigt ein Gelenkpräparat. Bei einem jungen, gesunden Hund oder einer Katze ohne Beschwerden ist eine vorbeugende Gabe meist nicht notwendig, kann bei Risikogruppen (siehe unten) aber sinnvoll sein. Achten Sie im Zweifel auf folgende Anzeichen und Risikofaktoren.
Bei Hunden und Katzen aus einer Risikogruppe entscheiden sich manche Halter, bereits im mittleren Alter vorbeugend zu beginnen, besonders bei Rassen mit bekannter Veranlagung zu Gelenkproblemen. Der Gedanke dahinter: Es ist einfacher, Knorpel zu erhalten, als ihn wiederherzustellen, nachdem bereits Schäden entstanden sind. Belege dafür, dass eine vorbeugende Gabe bei gesunden Tieren spätere Beschwerden tatsächlich verhindert, sind jedoch begrenzt. Bei Tieren, die bereits Anzeichen von Steifheit oder Unbehagen zeigen, ist die Wirkung besser untersucht und dokumentiert. Sind Sie unsicher, ob eine vorbeugende Gabe bei Ihrem Hund oder Ihrer Katze sinnvoll ist? Besprechen Sie dies mit Ihrem Tierarzt, der die Gesundheit und das Risikoprofil Ihres Haustieres kennt.
In vielen Präparaten steht Glucosamin nicht allein. Diese Kombinationen kommen am häufigsten vor:
Auch spezielles Diätfutter kann diese Kombination liefern: Wolfsblut VetLine Joint Care ist ein Diät-Alleinfuttermittel, das speziell zur Unterstützung von Gelenken und Beweglichkeit entwickelt wurde.
Gelenkpräparate gibt es in verschiedenen Formen: Pulver über das Futter, Tabletten oder Kausnacks, oder als Futter mit gezielter Rezeptur. Bei Katzen ist Pulver über das Futter oder eine schmackhafte Kautablette meist am einfachsten zu verabreichen; Tabletten direkt einzugeben, ist bei Katzen häufig schwieriger als bei Hunden.
Achten Sie bei der Wahl auf:
Das vollständige Angebot an Gelenkpräparaten und weiteren Nahrungsergänzungsmitteln für Hunde finden Sie im Webshop.
Ein Nahrungsergänzungsmittel ist nur ein Baustein der Gelenkunterstützung. Mindestens ebenso wichtig sind:
Das wird nicht empfohlen. Dosierungen sind auf Menschen abgestimmt, und Produkte enthalten manchmal Zusätze, die für Haustiere nicht geeignet sind. Wählen Sie stets ein Präparat, das speziell für Hunde oder Katzen entwickelt wurde, und sprechen Sie im Zweifel mit Ihrem Tierarzt.
Es gibt kein festes Alter, das für jedes Tier gilt. Bei Rassen mit erhöhter Veranlagung zu Gelenkproblemen wird manchmal schon im mittleren Alter begonnen; bei anderen Tieren erst, sobald erste Anzeichen von Steifheit auftreten. Ihr Tierarzt kann dies anhand von Rasse, Gewicht und Gesundheitszustand am besten beurteilen.
Meist wird ein spürbarer Unterschied erst nach drei bis sechs Wochen regelmäßiger Anwendung sichtbar, da der Körper Zeit braucht, um neues Knorpelgewebe aufzubauen.
Glucosamin und Chondroitin werden im Allgemeinen gut vertragen. Bei zu hoher Dosierung können leichte Verdauungsbeschwerden auftreten, etwa weicherer Kot. Steigern Sie die Dosierung im Zweifel langsam und wenden Sie sich bei anhaltenden Beschwerden an Ihren Tierarzt.
Beide Tierarten profitieren von einer Unterstützung der Gelenke. Bei Katzen wird Gelenkverschleiß oft später bemerkt, da sie subtiler zeigen, dass sie Schmerzen haben. Wählen Sie bei Katzen eine Form, die sich leicht verabreichen lässt, etwa Pulver über das Futter.
Glucosamin und Chondroitin sind Bausteine für Knorpel, die die Beweglichkeit der Gelenke bei Hunden und Katzen unterstützen. Sie sind besonders sinnvoll bei älteren Tieren, großen oder schweren Rassen, übergewichtigen Tieren und Tieren, die bereits Anzeichen von Steifheit zeigen. Eine Wirkung ist erst nach einigen Wochen spürbar und wirkt am besten in Kombination mit einem gesunden Gewicht, angepasster Bewegung und einem unterstützenden Schlafplatz. Sind Sie unsicher über die richtige Wahl oder Dosierung für Ihren Hund oder Ihre Katze? Wenden Sie sich an Ihren Tierarzt, besonders wenn Ihr Haustier bereits Schmerzen zeigt.