West Highland White Terrier
West Highland White Terrier - weißer schottischer Terrier mit eigenem Kopf
Sobald ein Westie einen Maulwurfsgang, ein Mauseloch oder einen raschelnden Laubhaufen entdeckt, ist der Spaziergangsplan plötzlich Nebensache. Der kompakte weiße Terrier stammt aus Schottland, wurde dafür gezüchtet, Ungeziefer zwischen Steinen und Gestrüpp aufzuspüren, und hat weder sein Selbstvertrauen noch seine Grabelust je abgelegt. Mit einer Widerristhöhe von etwa 28 cm und einem Gewicht um 10 kg ist er klein, aber keineswegs ein Schoßhund: fröhlich, aufmerksam, wachsam und manchmal hartnäckig.
Er passt zu Menschen, die täglich spazieren gehen, gern spielen und ruhig konsequent bleiben, wenn ein Hund selbst mitdenkt. Die wichtigsten Einschränkungen sind der Jagdtrieb, die Neigung zu Hautproblemen und das harte weiße Fell, das regelmäßige Pflege und gelegentliches Trimmen braucht.
Steckbrief
- Offizieller Name: West Highland White Terrier (im Alltag Westie)
- Synonyme: Westie; historische Vorläufer waren der Poltalloch Terrier und der Roseneath Terrier
- Herkunft: Großbritannien (Schottland)
- Anerkennung: FCI-Standard Nr. 85, Gruppe 3 (Terrier), Sektion 2 (kleine Terrier), ohne Arbeitsprüfung
- Ursprüngliche Aufgabe: Terrier für die Jagd auf Ungeziefer in felsigem, rauem Gelände
- Widerristhöhe: etwa 28 cm; der FCI-Standard unterscheidet nicht zwischen Rüde und Hündin
- Gewicht: richtungsweisend 9 bis 10 kg; in einer britischen Studie im Mittel 9,6 kg (Rüden etwa 10,1 kg, Hündinnen etwa 9,0 kg). Der FCI-Standard nennt kein Gewicht
- Fell: Doppelfell mit hartem, nicht gelocktem Deckhaar von etwa 5 cm und kurzer, weicher, dichter Unterwolle
- Farben: ausschließlich weiß; andere Farben oder Farbkombinationen sind laut Standard nicht zulässig
- Lebenserwartung: Median 13,4 Jahre in einer britischen Studie (Rüden 13,8, Hündinnen 12,9); richtungsweisend 11 bis 15 Jahre
- Bewegungsbedarf: mittel bis hoch für seine Größe
- Trainingsanspruch: mittel; klug und lernfreudig, aber eigenwillig
- Pflegeaufwand: mittel bis hoch durch Fell, Haut und Zähne
- Allein bleiben: mittel, mit schrittweisem Aufbau
- Klima: das Doppelfell schützt gut vor Nässe und Kälte; bei warmem Wetter ist Zurückhaltung sinnvoll
- Für Anfänger geeignet: bedingt, mit realistischen Erwartungen an Erziehung, Haut und Jagdtrieb
Schneller Eignungscheck
Passt möglicherweise, wenn du:
- täglich Zeit für zügige Spaziergänge und Spiel hast
- geduldig bleibst, wenn ein Hund Kommandos manchmal erst abwägt
- einen eingezäunten Garten hast oder bereit bist, unterwegs an der Leine zu bleiben
- das Fell regelmäßig bürsten und ab und zu trimmen lassen möchtest
Passt wahrscheinlich nicht, wenn du:
- Kaninchen, Meerschweinchen oder andere Kleintiere frei im Haus hältst
- einen Hund suchst, der nie bellt und nie gräbt
- ein völlig pflegefreies Fell erwartest
- einen ruhigen Schoßhund möchtest, der den ganzen Tag ohne eigene Initiative mitläuft
Name, Anerkennung und verwandte Rassen
Der vollständige Name lautet West Highland White Terrier, im Alltag fast immer Westie. Die Fédération Cynologique Internationale (FCI) hat die Rasse 1954 endgültig anerkannt und beschreibt sie im Standard Nr. 85, Gruppe 3 (Terrier), Sektion 2 (kleine Terrier), ohne Arbeitsprüfung. Herkunftsland ist Großbritannien. Vorläufer werden in der Literatur oft als Poltalloch Terrier und Roseneath Terrier bezeichnet, Namen, die sich auf die Landsitze zweier schottischer Züchter aus dem 19. Jahrhundert beziehen.
Andere schottische Terrierrassen wie der Cairn Terrier und der Scottish Terrier haben teilweise dieselben Wurzeln, unterscheiden sich aber in Fellfarbe und Körperbau. Der Westie ist laut Standard ausschließlich weiß; ein Hund in anderer Farbe ist daher kein Westie im Sinne des Rassestandards. Verwechsle die Rasse auch nicht mit anderen kleinen weißen Terriern, etwa dem Jack Russell: Er hat andere Proportionen und eine andere Fellstruktur.
Geschichte und ursprüngliche Aufgabe
Der Westie geht auf kleine Terrier zurück, die im schottischen Hochland gehalten wurden, um Füchse, Dachse und anderes Ungeziefer aus Felsspalten und Steinhaufen zu treiben. Dafür brauchte es einen kompakten Körper, kräftige Zähne, einen robusten Kopf und viel Ausdauer. Zwei schottische Familien, die Malcolms von Poltalloch und der Herzog von Argyll auf Roseneath, arbeiteten an weißen Terriern. Um den Beginn des 20. Jahrhunderts (die Quellen nennen unter anderem 1904) wichen die verschiedenen regionalen Namen der Bezeichnung West Highland White Terrier.
Oft heißt es, das weiße Fell sei entstanden, damit man den Hund leichter von einem Fuchs oder anderem Wild unterscheiden konnte; ob das stimmt, lässt sich schwer prüfen. Sicher ist, dass die Jagdfunktion im Verhalten noch sichtbar ist: Der Westie spürt auf, gräbt und verfolgt, auch wenn er heute meist Familienhund ist.
Aussehen und körperliche Merkmale
Die FCI beschreibt den Westie als kräftig gebauten, kompakten Hund mit tiefer Brust, gerader Rückenlinie, breiter, starker Lendenpartie und muskulösen, kurzen Beinen. Der Kopf ist dicht behaart, der Schädel leicht gewölbt, mit deutlichem Stop über den Augen und einer schwarzen, ziemlich großen Nase. Die Augen stehen weit auseinander, sind mittelgroß und möglichst dunkel unter kräftigen Augenbrauen, was den scharfen, intelligenten Blick ergibt. Die kleinen Ohren stehen aufrecht und laufen spitz zu; das Haar darauf ist kurz und samtig und darf nicht geschnitten werden.
Die Rute ist 13 bis 15 cm lang, gerade und mit hartem Haar ohne Fahne bedeckt; sie wird munter getragen, nicht über dem Rücken. Laut Standard darf die Rute auf keinen Fall kupiert werden. Die Vorderpfoten sind größer als die Hinterpfoten, mit vorzugsweise schwarzen Ballen und Krallen.
Welpen haben meist ein weicheres Fell als erwachsene Hunde; das harte Deckhaar kommt erst nach und nach. Rüden sind im Durchschnitt etwas schwerer als Hündinnen, der Standard nennt aber nur eine Widerristhöhe von etwa 28 cm.
Charakter und Temperament
Die FCI beschreibt das Temperament als aufmerksam, fröhlich, mutig und selbstständig, aber freundlich. Das deckt sich mit dem, was Halter oft erleben: ein Hund, der gern bei allem dabei ist, sich größer einschätzt, als er ist, und ein unbekanntes Geräusch sofort meldet. Er sucht Kontakt, ist aber kein Klammerer; viele Westies beschäftigen sich recht leicht selbst mit einem Spielzeug oder einer Grabeaktion. Läuft etwas nicht nach seinem Willen, kann er stur werden oder immer wieder neu probieren. Bellen kommt vor, vor allem bei Langeweile und Geräuschen von draußen. Aggressives oder übermäßig scheues Verhalten gilt im Standard als disqualifizierend.
Kinder, Hunde, Katzen und Besuch
- Babys und Kleinkinder: immer unter Aufsicht. Ein kleiner, lebhafter Hund kann bei hartem Knuddeln oder Ziehen an Rute oder Ohren schnell wütend oder ängstlich reagieren.
- Ältere Kinder: Kinder, die spielen können, dem Hund Ruhe gönnen und ihn nicht hochheben oder hinterherrennen, passen oft gut zu seinem verspielten Wesen.
- Fremde Hunde und Mithunde: meist selbstbewusst, manchmal zu frech gegenüber größeren Hunden. Gestalte Begegnungen ruhig und greife ein, bevor ein Terrier den Mund zu voll nimmt.
- Katzen: oft gut zu kombinieren, wenn sie gemeinsam aufwachsen, aber eine fremde Katze, die wegläuft, kann den Verfolgungsinstinkt auslösen.
- Kleintiere: Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster und Frettchen gehören sicher getrennt gehalten; als Ungezieferjäger ist er auf ihren Geruch und ihre Bewegung eingestellt.
- Besuch und Paketboten: er meldet, dass jemand da ist, oft laut, und begrüßt danach meist freundlich. Arbeite an einer ruhigen Klingel- und Türroutine.
Instinkte und Alltagsverhalten
Ein Westie spürt auf, gräbt und verfolgt: Dafür wurde er gezüchtet. Beim Spaziergang merkst du es an einer Nase, die plötzlich in eine Ecke taucht, einem Hund, der in einer Hecke verschwindet, und einer Leine, die sich spannt, weil etwas roch oder sich bewegte. Im Garten kann er Löcher graben, vor allem entlang von Zäunen und unter Sträuchern. Weil er ein kleiner Hund ist, unterschätzen Menschen manchmal, wie stark dieser Trieb ist. Hilfreich ist ein eigener Grabplatz, zum Beispiel ein Sandkasten oder eine Kiste mit Erde, in der du Leckerlis versteckst, und Freilauf nur in umzäunten Bereichen zu üben. Ein Hund, der zum ersten Mal eine Maus riecht, hört nicht von allein.
Bewegung je Lebensphase
- Welpe: kurze, abwechslungsreiche Spaziergänge, viel Schlaf und Spiel auf weichem Untergrund. Lass einen jungen Hund nicht stundenlang Treppen laufen oder auf hartem Boden rennen.
- Junghund: von etwa sechs Monaten bis zwei Jahren nimmt die Energie zu, während die Impulskontrolle hinterherhinkt. Geh öfter, kurz und strukturiert, und trainiere den Rückruf auf einem eingezäunten Feld.
- Erwachsen: richtungsweisend 60 bis 90 Minuten pro Tag, verteilt auf Spaziergänge, Schnüffeln und Spiel. Bei schönem Wetter hält er länger mit, doch baue das schrittweise auf.
- Senior: ruhigeres Tempo, kürzer und öfter. Viel Husten, nachlassende Ausdauer oder Steifheit sind Gründe für einen Tierarztbesuch.
Geistige Auslastung und Beschäftigung
Weil der Westie ein Terrier ist, passen Aktivitäten, bei denen er Nase und Durchhaltevermögen einsetzen kann. Suchspiele mit Futter, Schnüffelteppiche, eine Grabekiste und einfache Agility-Parcours funktionieren gut. In manchen Ländern gibt es auch Prüfungen für Terrier, bei denen der Hund durch einen künstlichen Tunnel geht. Halte das Training kurz und abwechslungsreich: Ein Westie, der sich langweilt, erfindet selbst eine Beschäftigung, und das ist selten das, was der Halter wollte. Kombiniere schwierige Übungen mit einem erfolgreichen Abschluss.
Training und Sozialisierung
Belohne mit Futter oder Spiel und baue Übungen in kleinen Schritten auf. Westies reagieren meist besser auf ruhige Konsequenz als auf harte Korrekturen, die das Vertrauen schwächen und bei einem selbstbewussten Hund vor allem Widerstand wecken. Übe früh, an der Leine zu folgen, an der Tür zu warten und einen Gegenstand loszulassen, denn ein Terrier hält fest, was er gefunden hat.
Sozialisiere den Welpen breit: verschiedene Menschen, Geräusche, Untergründe, Pflegehandlungen, Tierarztbesuche und Transport. Bringe ihm auch früh bei, dass Bürsten, Ohrenkontrolle und Berührungen an den Pfoten normal sind. Der Rückruf braucht viele Wiederholungen und viel Belohnung; rechne damit, dass er bei einem Geruch oder einem rennenden Tier nicht von selbst hält.
Allein bleiben
Ein Westie ist gern bei seinen Menschen, kann sich aber oft gut selbst beschäftigen. Baue das Alleinsein schrittweise auf, beginne mit wenigen Minuten und lass ihn vorher spazieren gehen und sich lösen. Ein Hund, der sich langweilt, kann anfangen zu bellen, Kissen aufzugraben oder an Möbeln zu nagen. Gib ihm deshalb etwas zu tun, etwa einen Kauartikel oder ein Schnüffelspiel, und lass ihn nicht regelmäßig einen ganzen Arbeitstag allein. Die individuellen Unterschiede sind groß: Der eine Hund schläft ruhig weiter, der andere meldet sich bei jedem Geräusch. Bei langen Arbeitstagen sind ein Gassigeher oder eine Hundebetreuung eine sinnvolle Alternative.
Wohnen, Umgebung, Klima und Reisen
Wegen seiner Größe passt ein Westie in eine Wohnung, sofern Spaziergänge und Spiel wirklich stattfinden; ein Garten ersetzt das nicht. Bellen kann in einem hellhörigen Haus zu Ärger führen, also sprich mit den Nachbarn und übe Ruhe. Ein eingezäunter Garten muss auch unten dicht sein, weil er graben kann. Treppen sind für einen gesunden erwachsenen Hund meist kein Problem; bei Welpen und im Alter kann Tragen klüger sein.
Das Doppelfell schützt vor Nässe und Kälte, doch das weiße Fell zeigt Schmutz schnell und bleibt nach Regen lange feucht; trockne ihn nach dem Spaziergang ab. Bei warmem Wetter begrenzt du die Anstrengung und sorgst für Schatten und Wasser. Nach Spaziergängen durch hohes Gras oder Gebüsch kontrollierst du Pfoten, Ohren und Haut.
Für Reisen und Box gilt: Miss die Länge von der Nase bis zum Rutenansatz und die Widerristhöhe und wähle eine Box, in der der Hund stehen, sich drehen und liegen kann. Gewöhne ihn vorher daran und nutze im Auto ein zugelassenes Sicherungssystem.
Größen, Halsbänder und Geschirre
Der FCI-Standard nennt für den Westie nur eine Widerristhöhe von etwa 28 cm, keinen Hals- oder Brustumfang. Weil Körperbau, Fellvolumen, Gewicht und Alter von Hund zu Hund verschieden sind, nennen wir hier keine feste Rassegröße: Miss den Hund selbst und vergleiche die Zentimeter mit der Größentabelle des Produkts.
- Halsumfang: miss dort, wo das Halsband normalerweise sitzt, unter dem Fell, und lass etwa zwei Finger Platz zwischen Maßband und Hals.
- Brustumfang: miss den breitesten Teil des Brustkorbs, meist einige Zentimeter hinter den Vorderbeinen.
- Passform: prüfe, ob das Geschirr nicht in den Achseln scheuert, die Schultern frei beweglich bleiben und der Hund nicht herausschlüpfen kann. Lass ihn laufen, sitzen und sich drehen.
Ein gut verstellbares Y- oder H-Geschirr ist praktisch für einen Terrier, der gern in die Leine geht; ein Halsband bleibt für die Kennzeichnung nützlich. Sieh dir auch die Kategorie Hundegeschirre an und vergleiche die Zentimeter immer mit deiner eigenen Messung. Drei Optionen zum Vergleich:
- Trixie Premium Active Geschirr, unter anderem in den Größen 39-56 cm und 49-69 cm laut Produktangabe.
- Duvoplus EXPLOR North Geschirr, unter anderem in 40-50 cm und 50-65 cm.
- Duvoplus EXPLOR Ultimate Fit No-Pull-Geschirr, unter anderem in S (35-45 cm/40-52 cm) und M (40-49 cm/49-65 cm).
Vorrat und Größen können sich ändern; wähle nach den gemessenen Zentimetern, nicht nach Farbe oder Rassenamen.
Pflege
- Bürsten: mehrmals pro Woche mit Pin-Bürste oder Kamm, mit besonderer Aufmerksamkeit für Bart, Pfoten, Bauch und hinter den Ohren, wo das Fell zuerst verfilzt.
- Trimmen und Zupfen: die harte Fellstruktur bleibt am besten durch regelmäßiges Zupfen von Hand erhalten; viele Halter entscheiden sich für Schneiden oder Scheren, wodurch das Fell weicher und flacher werden kann. Lass dich von einem Hundesalon mit Terriererfahrung beraten.
- Waschen und Trocknen: wasche mit mildem Hundeshampoo und trockne gut. Bei empfindlicher Haut ist es ratsam, bei Juckreiz oder Rötung zuerst den Tierarzt zu fragen.
- Ohren: kontrolliere wöchentlich auf Geruch, Rötung oder viel Ohrenschmalz; Ohrenentzündungen gehören in britischen Studien zu den am häufigsten erfassten Erkrankungen.
- Augen und Gesicht: wische Tränen und Schmutz an den Augen und um den Bart sanft ab, damit sich das weiße Fell nicht verfärbt oder riecht.
- Zähne und Krallen: putze die Zähne regelmäßig und halte die Krallen kurz; Zahnfleischprobleme und zu lange Krallen wurden in derselben Studie häufig verzeichnet.
- Haarwechsel: er verliert meist wenig Haar, aber tote Haare bleiben im Fell, bis sie ausgebürstet oder gezupft werden.
Gesundheit und verantwortungsvolle Zucht
In der VetCompass-Studie von 2019 (O'Neill und Kollegen, Canine Genetics and Epidemiology) wurden gut 6.600 Westies aus britischen Tierarztpraxen erfasst. Die mediane Lebensdauer betrug 13,4 Jahre. Rund 71 Prozent der Hunde hatten im Studienjahr mindestens eine Erkrankung. Am häufigsten erfasst wurden Zahnfleischerkrankungen (15,7 Prozent), Ohrenentzündungen (10,6 Prozent), zu lange Krallen (7,2 Prozent), allergische Hauterkrankungen (6,5 Prozent) und Übergewicht (6,1 Prozent).
Hautprobleme stehen bei dieser Rasse im Fokus. In Umfragen unter Haltern in den USA und Italien meldete etwa ein Viertel atopische Dermatitis, während britische Tierarztakten niedrigere Anteile zeigen; die Zahlen unterscheiden sich also stark je nach Quelle. Anhaltendes Jucken, Lecken, gerötete Haut oder wiederkehrende Ohrenentzündungen sind ein Grund für den Tierarzt.
Auch Lungenfibrose (eine fortschreitende Vernarbung des Lungengewebes) wird bei der Rasse beschrieben. Die Ursache ist nicht geklärt, und die Forschenden vermuten, dass sie einen Teil der Todesfälle durch Atemwegserkrankungen erklären könnte. Anhaltender trockener Husten, schnellere Atmung oder nachlassende Ausdauer sollten untersucht werden.
In Halterumfragen werden außerdem, meist mit niedrigen Anteilen, die kraniomandibuläre Osteopathie (eine schmerzhafte Verdickung der Kieferknochen bei Welpen), eine Kniescheibenverlagerung, die Legg-Calvé-Perthes-Krankheit, trockene Augen und Kupferspeicherung in der Leber genannt. Frage einen Züchter, welche Untersuchungen gemacht wurden, lass dir die Ergebnisse zeigen und achte auf die Gesundheit in der Familie. Ein gesundes Gewicht entlastet Haut und Gelenke.
Ernährung je Lebensphase
Wähle ein Alleinfutter, das zu Alter, Körperkondition und erwarteter Endgröße passt. Ein Westie wiegt erwachsen um 10 kg, daher ist Futter für kleine Rassen meist ein logischer Ausgangspunkt; schwerere Hunde passen eher zu einer mittleren Rezeptur. Sieh dir das Sortiment Futter für kleine Rassen an.
Die Menge hängt von Gewicht, Aktivität, Kastrationsstatus und Energiedichte des Futters ab. Rechenbeispiel für einen erwachsenen Hund von 10 kg: RER = 70 × 10^0,75 ≈ 394 kcal pro Tag. Multipliziere diesen Ruhebedarf mit einem Faktor, zum Beispiel etwa 1,4 für einen ruhigen, kastrierten Hund bis etwa 1,8 für einen sehr aktiven Hund; das ergibt grob 550 bis 710 kcal pro Tag. Bei einem Futter mit 3.800 kcal ME pro kg (Gramm pro Tag = kcal ÷ ME in kcal/kg × 1000) entspricht das etwa 145 bis 185 Gramm pro Tag. Das ist ein Rechenbeispiel, kein Rat: Lies immer den Energiewert auf der Verpackung.
Wiege die Portion ab, verteile sie auf zwei Mahlzeiten und prüfe alle zwei bis vier Wochen Gewicht und Körperkondition: Rippen gut fühlbar, sichtbare Taille. Halte Belohnungen unter etwa zehn Prozent der Tagesenergie. Übergewicht kommt bei der Rasse vor. Bei Juckreiz, wiederkehrenden Ohrenentzündungen oder Magen-Darm-Beschwerden besprich eine Futterumstellung mit einem Tierarzt. Sorge für frisches Trinkwasser.
Zum Vergleich, mögliche Optionen je Lebensphase: Bosch Mini Junior, Bosch Mini Adult Lamm & Reis und Bosch Mini Senior.
Zeit, Kosten und tägliche Belastung
- Zeit pro Tag: etwa 60 bis 90 Minuten Aktivität draußen, dazu Spiel, kurzes Training und Füttern.
- Zeit pro Woche: einige Bürstendurchgänge sowie Kontrolle von Ohren, Haut, Zähnen und Krallen.
- Fell und Hundesalon: regelmäßiges Zupfen oder Trimmen ist ein fester Posten, es sei denn, du lernst es selbst.
- Futter: niedrig bis mittel wegen der Größe; achte auf das Gewicht.
- Versicherung und Tierarzt: mittel; Haut-, Ohren- und Zahnpflege können wiederkehrende Kosten verursachen.
- Training und Betreuung: vor allem im ersten Jahr intensiv; bei langen Arbeitstagen sind Betreuung oder ein Gassigeher nötig.
- Ausstattung, Platz und Transport: begrenzt; eine kleine Box und ein passendes Geschirr genügen, und der Hund passt in jedes Auto.
Vorteile
- Kompakte Größe mit kräftigem, sportlichem Körperbau.
- Fröhlich, aufmerksam und selbstbewusst, mit viel eigener Persönlichkeit.
- Meldet Besuch, ohne ein großer Wachhund zu sein.
- Passt bei ausreichender Bewegung auch in eine kleinere Wohnung.
- Verliert meist wenig Haar und lässt sich verhältnismäßig leicht transportieren.
Nachteile und Aufmerksamkeitspunkte
- Starker Jagd- und Grabtrieb, der Freilauf und Gartenpflege beeinflusst.
- Anfälligkeit für Hautprobleme und Ohrenentzündungen, was Tierarztkosten verursachen kann.
- Selbstständig und stur, daher verlangt das Training Konsequenz.
- Oft laut bei Geräuschen von draußen oder Langeweile.
- Weißes Fell zeigt Schmutz und braucht regelmäßige Pflege sowie gelegentliches Zupfen oder Trimmen.
Für wen er passt
Die Rasse passt zu einem aktiven Haushalt, der täglich spazieren geht, spielt und den Hund in den Alltag einbezieht, mit einem Halter, der Geduld bei der Erziehung hat, Humor für Eigenwilligkeit und keine Scheu vor einem nassen, schlammigen und weißen Hund. Frühere Erfahrung mit Hunden hilft, doch ein motivierter Anfänger kann mit guter Begleitung Erfolg haben.
Für wen er nicht passt
Die Rasse ist weniger geeignet für alle, die Kleintiere frei laufen lassen, absolute Stille erwarten, nie Zeit für Spaziergänge oder Fellpflege haben oder einen Hund wollen, der ohne Training nie hinter etwas herläuft. Auch wer den Hund vor allem wegen des niedlichen Aussehens wählt, unterschätzt oft, was im Terrier steckt.
Verantwortungsvoll anschaffen, adoptieren oder abgeben
Wähle einen Züchter, der die Elterntiere zeigt, die Welpen im Haus aufwachsen lässt und offen über Gesundheit, Hautprobleme und die Ergebnisse durchgeführter Untersuchungen spricht. Ein Welpe verlässt das Nest in der Regel nicht vor etwa acht Wochen. Verlange einen schriftlichen Vertrag, Kennzeichnung mit Chip und Heimtierausweis sowie klare Absprachen zur Rücknahme.
Sei vorsichtig bei Anbietern, die keine Elterntiere zeigen, mehrere Rassen oder Würfe gleichzeitig anbieten, den Welpen lieber außerhalb des Hauses übergeben oder schnell verkaufen wollen: Das sind Anzeichen für Vermehrer. Über Rassevereine und Tierheime werden manchmal erwachsene Westies vermittelt; die Verfügbarkeit unterscheidet sich stark nach Region und Zeitpunkt.
Häufige Fragen
Ist der Westie für Anfänger geeignet? Bedingt, wenn du bereit bist, konsequent zu trainieren, und Jagdtrieb sowie empfindliche Haut berücksichtigst.
Kann ein Westie mit Katzen zusammenleben? Oft ja, wenn sie gemeinsam aufwachsen, doch eine fremde Katze, die wegrennt, kann trotzdem als Beute gesehen werden.
Kann ein Westie frei laufen? Nur in einem sicheren, eingezäunten Bereich; Gerüche und flüchtende Tiere können den Rückruf vorübergehend übertrumpfen.
Wie stark haart ein Westie? Wenig, aber das Fell braucht trotzdem regelmäßiges Bürsten und gelegentliches Zupfen oder Trimmen.
Bellt ein Westie viel? Er ist aufmerksam und meldet Geräusche; mit Training und ausreichend Bewegung bleibt es meist beherrschbar.
Kann ein Westie in einer Wohnung leben? Ja, wenn er täglich genug Bewegung, Spiel und Ruhe bekommt und das Bellen mit den Nachbarn besprochen ist.
Fazit
Der Westie ist ein Hund für Menschen, die ein fröhliches, selbstbewusstes Wesen mögen und bereit sind, dafür etwas zu geben: tägliche Bewegung, einen sicher eingezäunten Garten oder eine feste Leine, Aufmerksamkeit für Haut und Ohren und ein Fell, das ab und zu in die Hände eines Kenners gehört. Wer vor allem Ruhe, Pflegeleichtigkeit und einen folgsamen Hund sucht, sollte eine andere Rasse in Betracht ziehen. Für einen aktiven Halter mit Humor und Geduld ist er ein eigenwilliger, treuer Begleiter.