Highlander

Highlander - die Katze mit wildem Aussehen und verspielt-anhänglichem Wesen

Die Highlander fällt sofort durch ihren muskulösen Körperbau, die breite Nase und die auffällig zurückgerollten Ohren auf. Dieses wilde Erscheinungsbild lässt vermuten, dass diese Katze auf Zehenspitzen unterwegs ist, doch in der Praxis ist die Highlander vor allem ein geselliger, verspielter Hausgenosse, der die Nähe seiner Menschen sucht. Wer eine Katze möchte, die aussieht wie ein kleines Raubtier, sich aber wie ein anhänglicher Clown verhält, ist bei dieser Rasse genau richtig.

Kerndaten

  • Gewicht: Kater etwa 6,8-9,1 kg, Katzen etwa 4,5-6,4 kg
  • Schulterhöhe: etwa 25-41 cm
  • Felllänge: sowohl Kurzhaar als auch Langhaar anerkannt
  • Lebenserwartung: etwa 10 bis 15 Jahre
  • Herkunft: USA, Zucht seit 2004
  • Aktivitätsniveau: hoch, athletisch und verspielt
  • Anerkennung: Championship-Status bei TICA (seit 2025), ACFA, CFF und LCWW

Eignungscheck

Die Highlander passt gut zu einem Haushalt, der Zeit und Raum für eine aktive, verspielte Katze hat, die gern mit ihrem Menschen interagiert. Die Rasse eignet sich für Familien sowie für erfahrene und neue Katzenhalter, sofern täglich genug Interaktion und Bewegung möglich sind. Eine Highlander, die allein in einer kleinen Wohnung ohne Klettermöglichkeiten und Spielangebot sitzt, langweilt sich schnell und zeigt das mitunter durch übermäßiges Kratzen oder lautes Miauen um Aufmerksamkeit.

Weniger geeignet ist die Rasse für Menschen, die häufig ohne Gesellschaft für die Katze abwesend sind, oder für alle, die eine ruhige, zurückhaltende Katze bevorzugen. Da die Highlander eine noch junge und wenig verbreitete Rasse ist, kann es zudem schwieriger sein, einen Züchter mit verfügbaren Kitten in der Nähe zu finden.

Name und Anerkennung

Der Name Highlander verweist nicht auf Schottland, sondern auf das wilde, "hochländische" Erscheinungsbild der Katze. Die Rasse erhielt ihren endgültigen Namen 2005 und wird seit 2025 von TICA, ACFA, CFF und LCWW als Championship-Rasse anerkannt, sowohl in einer kurz- als auch in einer langhaarigen Variante. Bei anderen Verbänden ist die Rasse (noch) nicht oder nur als vorläufige Rasse anerkannt, sodass der genaue Status je nach Land und Verband unterschiedlich sein kann.

Geschichte

Die Highlander gehört zu den jüngeren Katzenrassen: Die Zucht begann 2004 in den USA mit dem Ziel, eine Katze zu entwickeln, die das Aussehen einer wilden Raubkatze mit einem freundlichen, menschenbezogenen Wesen verbindet. Grundlage sind zwei andere, ebenfalls junge Rassen: die Jungle Curl und die Desert Lynx. Weil die Rasse noch so jung ist, bleibt die weltweite Population begrenzt und die Zuchtbasis in Entwicklung, was auch bedeutet, dass Langzeitdaten zu Gesundheit und Verhalten erst nach und nach entstehen.

Aussehen

Kennzeichnend für die Highlander sind die nach hinten gerollten Ohren: Kitten werden mit geraden Öhrchen geboren, die sich in den ersten Wochen allmählich zu rollen beginnen und erst im Alter von etwa zehn bis zwölf Wochen ihre endgültige, dauerhafte Rollung erreichen. Außerdem hat die Rasse einen breiten, leicht abfallenden Schädel, weit auseinanderstehende Augen, eine kräftige breite Nase und einen rechteckigen, muskulösen Körperbau mit relativ langen Hinterbeinen, die der Katze einen kraftvollen, federnden Gang verleihen.

Die Rute kann kurz oder gebobbt sein, aber auch volle Länge haben; beide Varianten kommen bei der Rasse vor. Manche Highlander haben Polydaktylie, also zusätzliche Zehen an den Vorderpfoten, was zu auffällig breiten, "behandschuhten" Pfötchen führt. Das Fell kann kurz oder lang sein und zeigt sich in unterschiedlichen Farben und Zeichnungen, häufig mit einer getigerten oder gefleckten Musterung, die zum wilden Erscheinungsbild beiträgt.

Charakter

Trotz des imposanten Auftretens ist die Highlander vor allem für ihr verspieltes, fast clowneskes Wesen bekannt. Die Rasse liebt Interaktion, begrüßt Besucher gern an der Tür und sucht aktiv die Gesellschaft ihrer Menschen. Highlander werden oft als extrovertiert, neugierig und selbstbewusst beschrieben, mit ausgeprägter Motivation zum Spielen und Entdecken.

Diese Lebendigkeit bedeutet auch, dass die Rasse keine ruhige Schoßkatze ist, die den ganzen Tag still sitzt. Eine Highlander, die zu wenig Beschäftigung bekommt, sucht sich selbst eine Aufgabe, und das ist nicht immer im Sinne von Möbeln oder Vorhängen. Ausreichend Spielzeit und Aufmerksamkeit sind bei dieser Rasse deshalb kein Luxus, sondern ein Grundbedürfnis.

Umgang mit Kindern und anderen Tieren

Dank ihres geselligen, verspielten Wesens kommt die Highlander in der Regel gut mit Kindern zurecht, die wissen, wie man ruhig und respektvoll mit einer Katze umgeht; der robuste, muskulöse Körper macht die Rasse weniger schnell überreizt durch stürmisches Spiel als eine zartere Katzenrasse. Aufsicht bei kleinen Kindern bleibt trotzdem wichtig, wie bei jeder Katzenrasse.

Mit anderen Katzen und mit Hunden, die an Katzen gewöhnt sind, kann die Highlander meist gut zusammenleben, besonders wenn die Eingewöhnung ruhig und schrittweise verläuft. Der von Natur aus aktive, jagdorientierte Charakter macht die Kombination mit kleinen Nagetieren, Vögeln oder Fischen weniger selbstverständlich: Hier ist es ratsam, immer zu beaufsichtigen oder die Tiere getrennt zu halten.

Instinkte

Die Highlander hat einen stark ausgeprägten Jagd- und Kletterinstinkt, passend zu ihrem wilden Erscheinungsbild. Kratzen, Klettern und das Jagen von Spielzeug sind für diese Katze kein überflüssiger Luxus, sondern eine Möglichkeit, Energie loszuwerden. Ein stabiler, hoher Kratzbaum mit mehreren Ebenen gibt der Katze die Möglichkeit, sowohl ihre Krallen zu pflegen als auch ihr Kletterbedürfnis zu befriedigen, und verhindert zugleich, dass Möbel als Alternative genutzt werden.

Lebensumgebung

Eine Highlander gedeiht am besten in einem Haushalt mit genug Platz zum Rennen, Springen und Klettern, etwa in einem Haus mit Garten oder einer gut eingerichteten Wohnung mit Kletterbäumen und Aussichtsplätzen. Reine Wohnungshaltung ist gut möglich, sofern täglich ausreichend Bewegung und Beschäftigung geboten wird; Freigang, etwa über eine Katzenklappe oder einen sicher eingezäunten Garten, empfinden viele Halter dieser aktiven Rasse als schöne Ergänzung, solange dies verantwortungsvoll und sicher organisiert ist.

Geistige Beschäftigung

Neben Bewegung braucht die Highlander auch geistige Anregung. Futterpuzzles, kurze Spieleinheiten mit Angel oder Laserpointer und abwechslungsreiches Spielzeug halten diese intelligente, neugierige Katze wach und beugen Langeweile vor. Weil die Rasse so verspielt ist, reagiert sie in der Regel begeistert auf neue Herausforderungen und verliert nicht so schnell das Interesse wie manch ruhigere Rasse.

Training

Dank ihrer hohen Intelligenz und Lernbereitschaft lässt sich die Highlander relativ gut mit kurzen, positiven Trainingseinheiten fördern: etwa einfache Kommandos, Gassigehen am Geschirr oder das Erlernen eines festen Kratzplatzes. Konsequentes Belohnen mit Stimme, Streicheln oder einem kleinen Leckerli funktioniert besser als Strafen, die bei dieser selbstbewussten Rasse eher das Gegenteil bewirken.

Alleinsein

Die Highlander ist eine gesellige Katze, die die Gesellschaft von Menschen schätzt und nicht dafür gemacht ist, ganze Tage komplett allein zu verbringen. Ein Arbeitstag lässt sich mit ausreichend Beschäftigung, Klettermöglichkeiten und eventuell einem Spielgefährten meist gut überbrücken, doch dauerhaft viele Stunden allein ohne Ablenkung passt weniger gut zum Temperament dieser Rasse.

Fellpflege

Kurzhaar-Highlander benötigen wöchentliches Bürsten, um lose Haare zu entfernen und das Fell in Kondition zu halten; langhaarige Exemplare brauchen meist zwei- bis dreimal wöchentliches Bürsten, um Verfilzungen vorzubeugen. Die gerollte Ohrform der Rasse sammelt leichter Ohrenschmalz und Schmutz als gerade Ohren, daher ist wöchentliches Kontrollieren und bei Bedarf vorsichtiges Reinigen mit einem geeigneten Ohrreiniger ratsam. Bei Highlandern mit Polydaktylie wachsen die Krallen manchmal in ungewöhnlicher Stellung und nutzen sich weniger von selbst ab, weshalb diese zusätzlichen Zehenkrallen häufiger kontrolliert und geschnitten werden müssen als bei einer Katze mit normaler Zehenzahl.

Gesundheit

Die Highlander gilt allgemein als gesunde Rasse, und bisher wurden keine erblichen Erkrankungen festgestellt, die speziell mit dieser Rasse verbunden sind. Da die Rasse noch relativ jung und die weltweite Population begrenzt ist, gibt es im Vergleich zu älteren, weit verbreiteten Rassen bisher weniger Langzeitdaten zur Gesundheit. Wegen des muskulösen, kräftigen Körperbaus ist Gewichtskontrolle ein wichtiger Punkt, besonders mit zunehmendem Alter: Übergewicht belastet die Gelenke zusätzlich bei einer Katze, die von Natur aus bereits schwerer als der Durchschnitt ist. Regelmäßige tierärztliche Kontrollen sowie eine ausgewogene Ernährung und Bewegung helfen, dieses Risiko zu begrenzen.

Ernährung

Katzen sind von Natur aus obligate Fleischfresser: Die Ernährung muss überwiegend aus tierischem Eiweiß bestehen, mit ausreichend Taurin und guter Flüssigkeitsaufnahme, etwa durch Nassfutter oder zusätzliche Wasserstellen im Haus. Für eine muskulöse, aktive Katze wie die Highlander eignet sich ein vollwertiges Futter mit normaler Energiedichte, wie Royal Canin Fit für Katzen mit normalem Aktivitätsniveau, wobei die Menge an aktuelles Gewicht, Alter, Körperkondition und Kastrationsstatus angepasst werden sollte. Bei Unsicherheit über die richtige Menge ist Rücksprache mit dem Tierarzt der sicherste Weg, gerade um Übergewicht bei dieser von Natur aus kräftigen Rasse vorzubeugen.

Anschaffung und Vermittlung

Da die Highlander eine junge und noch wenig verbreitete Rasse ist, sind anerkannte Züchter in Deutschland, Österreich und der Schweiz rar; wer sich für diese Rasse entscheidet, muss möglicherweise länger suchen oder weiter reisen. Achten Sie bei der Anschaffung immer auf einen Züchter, der Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere vorweisen kann, Kitten sozial aufzieht und transparent über Herkunft und eventuelle Polydaktylie informiert. Auch eine Vermittlung über einen Rasseverein oder ein Tierheim ist eine Option: Diese junge Rasse landet zwar seltener im Tierheim als populärere Rassen, dennoch lohnt es sich, lokale Tierheime und rassespezifische Gruppen im Blick zu behalten.

Häufig gestellte Fragen

Ist die Highlander wegen ihres wilden Aussehens aggressiv? Nein, das Aussehen täuscht: Die Highlander gilt als freundlich, verspielt und menschenbezogen.

Werden alle Highlander mit gerollten Ohren geboren? Nein, Kitten werden mit geraden Ohren geboren, die sich in den ersten Wochen zu rollen beginnen; die endgültige Rollung entsteht erst mit etwa zehn bis zwölf Wochen.

Hat jede Highlander zusätzliche Zehen? Nein, Polydaktylie kommt bei dieser Rasse häufiger vor, aber nicht jede Highlander hat zusätzliche Zehen.

Eignet sich die Highlander für eine Wohnung? Ja, sofern genug Klettermöglichkeiten, Spielangebot und tägliche Aufmerksamkeit vorhanden sind; ohne diese Beschäftigung langweilt sich die Katze schnell.

Wie alt kann eine Highlander werden? Im Schnitt zwischen 10 und 15 Jahren, vergleichbar mit vielen anderen gesunden, mittelgroßen bis großen Katzenrassen.

Fazit

Die Highlander verbindet ein beeindruckendes, wildes Äußeres mit einem ausgesprochen geselligen und verspielten Wesen. Die Rasse ist eine gute Wahl für alle, die aktiv mit einer Katze umgehen möchten, genug Platz und Beschäftigung bieten können und eine Katze schätzen, die sich deutlich ins Familienleben einbringt. Wer eine ruhige, zurückhaltende Katze sucht oder wenig Zeit für Interaktion hat, findet in einer anderen Rasse wahrscheinlich die bessere Wahl. Wer sich für die Highlander entscheidet, bekommt einen gesunden, athletischen und anhänglichen Hausgenossen mit einem Äußeren, das niemandem entgeht.

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