Grüner Star beim Hund - erhöhter Augeninnendruck

Grüner Star beim Hund - erhöhter Augeninnendruck

Wichtig vorab: Fidello ist kein Tierarzt. Diese Seite dient der Information und ersetzt keine Diagnose. Bist du dir unsicher über die Gesundheit deines Hundes, oder erkennst du die unten beschriebenen Anzeichen? Wende dich immer an einen Tierarzt. Vermutest du einen akuten Grünen Star - denk an ein plötzlich rotes, schmerzhaftes, auffällig trübes oder vorgewölbtes Auge - dann geh sofort zu einem Tierarzt oder einer Tierklinik: bei dieser Erkrankung kann schon eine Verzögerung von wenigen Stunden zu einem dauerhaften Verlust des Sehvermögens führen.

Grüner Star (Glaukom) ist eine Augenerkrankung, bei der der Druck im Inneren des Auges zu stark ansteigt. Dieser erhöhte Druck kann den Sehnerv und die Netzhaut schädigen und unbehandelt zur Erblindung führen. Bei Hunden kann sich Grüner Star sowohl allmählich als auch plötzlich und heftig entwickeln, und dieser Unterschied bestimmt, wie viel Eile geboten ist.

Was ist Grüner Star?

In einem gesunden Auge wird ständig eine kleine Menge Flüssigkeit (Kammerwasser) gebildet und über ein Abflusssystem wieder abgeleitet, sodass der Druck im Auge stabil bleibt. Bei Grünem Star ist dieser Abfluss ganz oder teilweise blockiert, wodurch sich die Flüssigkeit staut und der Augeninnendruck steigt. Tierärzte unterscheiden zwischen primärem Grünem Star, bei dem der Abflusswinkel des Auges selbst zu eng oder abweichend angelegt ist, und sekundärem Grünem Star, bei dem der erhöhte Druck die Folge einer anderen Augenerkrankung ist, etwa einer Entzündung im Auge, einer verlagerten Linse, eines Tumors oder einer Narbenbildung nach einer früheren Augenverletzung.

Welche Hunde sind gefährdet?

Primärer Grüner Star wird bei bestimmten Rassen häufiger gemeldet, was auf eine erbliche Veranlagung für einen zu engen Abflusswinkel hindeutet. Rassen, die in der Fachliteratur häufiger genannt werden, sind unter anderem Cocker Spaniel, Basset Hound, Beagle, Akita, Chow Chow, Samojede, Bouvier des Flandres, Shih Tzu und Shar Pei. Eine erbliche Veranlagung bedeutet nicht, dass ein Hund dieser Rasse mit Sicherheit Grünen Star entwickelt, und auch Hunde ohne erhöhtes Rasserisiko können infolge einer anderen Augenerkrankung oder einer Verletzung einen sekundären Grünen Star entwickeln. Bei primärem Grünem Star tritt die Erkrankung oft zuerst an einem Auge auf, während das andere Auge ein erhöhtes Risiko trägt, sie später ebenfalls zu entwickeln.

Symptome

Frühe Anzeichen können subtil sein: ein leicht rosafarbenes bis rotes Augenweiß, leichte Trübung oder ein bläulicher Schleier auf der Hornhaut, Zusammenkneifen des Auges, häufigeres Blinzeln oder ein Hund, der mit der Pfote über das Auge reibt oder den Kopf an Möbeln oder dem Boden reibt. Anzeichen, die sofortiges Handeln erfordern, sind: ein plötzlich deutlich rotes, auffällig vorgewölbtes oder hervortretendes Auge, eine große, kaum oder gar nicht auf Licht reagierende Pupille, sichtbare Schmerzen (Rückzug, verminderter Appetit, Wimmern) oder ein plötzlich schlechteres Sehvermögen - zum Beispiel Anstoßen an Gegenständen. Bei langanhaltendem, unbehandeltem oder chronisch verlaufendem Grünem Star kann das Auge selbst sichtbar größer werden (Vergrößerung des Augapfels).

Wann zum Tierarzt?

Wende dich bei Zweifeln immer an einen Tierarzt, auch bei milden oder wechselnden Anzeichen wie leichter Rötung oder Zusammenkneifen. Bei einem plötzlich roten, schmerzhaften, vorgewölbten Auge oder deutlich schlechterem Sehvermögen ist keine Wartezeit vertretbar: Dies erfordert einen Termin beim Tierarzt oder in einer Tierklinik als Notfall, möglichst noch am selben Tag. Wurde bei deinem Hund bereits an einem Auge Grüner Star festgestellt, ist es zudem sinnvoll, mit deinem Tierarzt zu besprechen, wie oft das andere Auge kontrolliert werden sollte.

Wie wird es festgestellt?

Ein Tierarzt kann den Druck im Auge mit einem Tonometer messen, einem kleinen Instrument, das den Augeninnendruck nicht-invasiv bestimmt. Bei erhöhtem Druck folgt häufig eine weiterführende Untersuchung, etwa eine Beurteilung des Abflusswinkels des Auges (Gonioskopie) und eine allgemeine Augenuntersuchung, um festzustellen, ob primärer Grüner Star oder eine zugrunde liegende Ursache vorliegt. Bei Zweifeln oder einem komplexeren Befund wird oft an einen tierärztlichen Augenspezialisten überwiesen. Diese Seite kann nicht feststellen, ob dein Hund Grünen Star hat oder wie schwerwiegend dieser ist; das kann nur ein Tierarzt nach Untersuchung beurteilen.

Behandlung im Überblick

Die Behandlung von Grünem Star zielt in erster Linie darauf ab, den Augeninnendruck schnell zu senken, um Schmerzen zu lindern und weitere Schäden zu begrenzen. Dies geschieht meist mit Augentropfen, die die Produktion von Kammerwasser hemmen oder dessen Abfluss verbessern. Bei sekundärem Grünem Star wird zudem, wo möglich, die zugrunde liegende Ursache behandelt. Wenn Medikamente nicht ausreichend wirken, der Druck schwer unter Kontrolle zu bringen ist oder das Auge bereits blind und schmerzhaft ist, kann ein Tierarzt einen chirurgischen Eingriff besprechen - von einem Eingriff, der den Druck weiter senkt, bis hin, in schweren und schmerzhaften Fällen, zur Entfernung des Auges, um den Hund schmerzfrei zu machen. Welches Vorgehen angemessen ist, hängt von der Ursache, dem Schweregrad und der Dauer der Beschwerden ab und wird immer vom behandelnden Tierarzt bestimmt. Bereits verlorenes Sehvermögen kehrt durch eine Behandlung in der Regel nicht zurück; das Ziel der Behandlung ist dann vor allem Schmerzlinderung und der Schutz des anderen Auges.

Was du selbst tun kannst

Achte bei Rassen mit erhöhtem Risiko bewusst auf frühe Anzeichen wie Rötung, Zusammenkneifen oder übermäßiges Blinzeln, und warte bei Zweifeln nicht ab. Halte eine begonnene Tropfenbehandlung genau nach dem Schema deines Tierarztes ein, auch wenn das Auge ruhiger aussieht, da der Druck ohne sichtbare Anzeichen wieder ansteigen kann. Verhindere, dass dein Hund an einem schmerzhaft oder entzündet wirkenden Auge kratzt oder reibt, und verwende bei Bedarf in Absprache mit deinem Tierarzt einen Schutzkragen. Nichts davon ersetzt die tierärztliche Betreuung.

Vorbeugung und verantwortungsvolle Zucht

Da primärer Grüner Star bei einem Teil der Risikorassen eine erbliche Komponente hat, liegt ein Teil der Vorbeugung in verantwortungsvoller Zucht: regelmäßige augenärztliche Untersuchung von Zuchttieren aus Risikorassen sowie Zurückhaltung bei der Zucht mit Tieren, bei denen Grüner Star oder ein deutlich verengter Abflusswinkel festgestellt wurde. Für Besitzer eines Hundes aus einer Risikorasse kann eine regelmäßige Kontrolle des Augeninnendrucks im Rahmen der jährlichen tierärztlichen Untersuchung helfen, einen beginnenden Druckanstieg früh zu erkennen, bevor irreversible Schäden entstehen.

Leben mit Grünem Star

Ein Hund, bei dem Grüner Star an einem Auge festgestellt wurde, kann mit dem anderen Auge oft noch gut zurechtkommen, wobei eine lebenslange Kontrolle dieses Auges wichtig bleibt. Auch ein Hund, der an einem oder beiden Augen erblindet ist, passt sich in der Praxis oft gut an eine vertraute Umgebung an und kann mithilfe von Geruch, Gehör und einer festen Anordnung von Haus und Garten eine gute Lebensqualität behalten. Regelmäßige Kontrolltermine und das konsequente Fortführen einer eventuellen Tropfenbehandlung bleiben die wichtigsten Faktoren, um den Komfort deines Hundes langfristig zu sichern.

Häufig gestellte Fragen

Ist Grüner Star beim Hund immer ein Notfall?
Nicht jede Form verläuft gleich heftig, aber ein plötzlich rotes, vorgewölbtes oder schmerzhaftes Auge mit vermindertem Sehvermögen sollte immer als Notfall behandelt werden, da der Schaden innerhalb von Stunden irreversibel werden kann.

Kann ein Hund mit Grünem Star wieder normal sehen?
Bereits verlorenes Sehvermögen kehrt in der Regel nicht zurück; die Behandlung zielt dann vor allem darauf ab, Schmerzen zu lindern und das andere Auge zu schützen.

Wenn ein Auge betroffen ist, entwickelt sich dann auch am anderen Auge Grüner Star?
Bei primärem Grünem Star besteht ein erhöhtes Risiko, dass sich die Erkrankung mit der Zeit auch am anderen Auge entwickelt, weshalb regelmäßige Kontrollen wichtig sind; dies muss aber nicht bei jedem Hund geschehen.

Kann ich Grünen Star bei meinem Hund selbst erkennen?
Du kannst durchaus Anzeichen wie Rötung, Trübung oder Schmerzen bemerken, aber den Augeninnendruck selbst kann nur ein Tierarzt mit einem Tonometer zuverlässig messen.

Fazit

Grüner Star ist ein erhöhter Druck im Auge, der - primär durch eine erbliche Veranlagung oder sekundär durch eine andere Augenerkrankung - den Sehnerv schädigen und zur Erblindung führen kann. Bestimmte Rassen tragen ein höheres Risiko, doch für jeden Hund gilt: Ein plötzlich rotes, vorgewölbtes oder schmerzhaftes Auge mit schlechterem Sehvermögen ist ein Notfall, bei dem schnelle tierärztliche Hilfe den Unterschied zwischen dem Erhalt und dem Verlust des Sehvermögens ausmachen kann. Rechtzeitiges Erkennen, regelmäßige Kontrollen bei Risikorassen und das konsequente Einhalten einer begonnenen Behandlung geben einem Hund mit Grünem Star die besten Chancen auf ein komfortables Leben.

Zum Schluss

Zum Schluss: Dieser Artikel ersetzt keinen Tierarztbesuch. Fidello stellt keine Diagnosen und schreibt keine Behandlungen vor. Bei Zweifeln, anhaltenden Beschwerden oder akuten Anzeichen ist ein Tierarzt immer der richtige nächste Schritt.

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