Baasje knipt rustig de nagels van een hond terwijl een kat erbij ligt

Krallen schneiden bei Hund oder Katze: 9 häufige Fehler (und wie es wirklich klappt)

, Von Michael van Wassem, 7 min Lesezeit

Schneidest du die Krallen zu kurz? Das sind die 9 häufigsten Fehler bei Hund und Katze – und die Schritt-für-Schritt-Anleitung, die wirklich funktioniert.

Eine Kralle, die nur einen Millimeter zu kurz geschnitten wird, kann bei Hund oder Katze zu einer schmerzhaften, blutenden Pfote führen – und beim nächsten Mal für jede Menge Stress sorgen. Dabei ist Krallenpflege eine der am meisten unterschätzten Aufgaben in der Grundpflege: zu lange Krallen können abbrechen, die Stellung der Pfote verändern und sogar Schmerzen beim Laufen verursachen. Die kurze Antwort: Kontrolliere die Krallen deines Hundes oder deiner Katze alle zwei bis vier Wochen und schneide nur die Spitze ab, kurz bevor das rosafarbene Leben beginnt. In diesem Artikel liest du, welche neun Fehler Halter am häufigsten machen – und wie du sie vermeidest.

Warum ist Krallenpflege so wichtig?

Hunde und Katzen, die viel auf hartem Untergrund laufen (Straße, Fliesen), nutzen ihre Krallen oft von selbst etwas ab. Die meisten Haustiere laufen heute jedoch vor allem auf Rasen, Gras oder Teppichboden, wodurch die Krallen ständig weiterwachsen. Zu lange Krallen können:

  • Abbrechen oder bis ins Nagelbett einreißen – schmerzhaft und oft blutend;
  • Die Stellung der Pfote verändern, was Gelenkprobleme auf Dauer verschlimmern kann;
  • Sich in Teppich, Kleidung oder Spielzeug verfangen;
  • Bei Katzen in das Ballen hineinwachsen, besonders die kaum genutzte Wolfskralle.

Kurz gesagt: regelmäßiges Schneiden ist keine Kosmetik, sondern Teil einer gesunden Pflege.

Wie oft müssen die Krallen geschnitten werden?

Es gibt keinen festen Zeitplan, der für jedes Tier gilt. Eine gute Faustregel: Kontrolliere die Krallen alle zwei bis vier Wochen. Hörst du die Krallen auf hartem Boden klicken, ist es Zeit zum Schneiden. Hunde, die viel auf Asphalt gehen, brauchen seltener eine Schneide-Runde als Hunde, die vor allem auf weichem Untergrund laufen. Bei Katzen, die selten nach draußen kommen und keinen aktiven Kratzbaum nutzen, wachsen die Krallen oft schneller nach, als man denkt.

Fehler 1: zu viel auf einmal abschneiden

Der häufigste – und schmerzhafteste – Fehler. In der Kralle verlaufen ein Blutgefäß und ein Nerv, das sogenannte „Leben“. Schneidest du hinein, tut das weh und die Kralle blutet. Bei hellen Krallen ist das Leben als rosafarbene Zone sichtbar; bei dunklen Krallen ist es kaum zu erkennen. Schneide deshalb immer in kleinen Schritten: erst ein kleines Stückchen, dann den Querschnitt der Kralle betrachten, bevor du weiterschneidest.

💡 Tipp: Erscheint in der Mitte der geschnittenen Kralle ein kleiner, dunkler Punkt? Das ist ein Zeichen, dass du nah am Leben bist – hör auf zu schneiden.

Fehler 2: das falsche Werkzeug verwenden

Eine gewöhnliche Nagelschere für Menschen drückt die Kralle vor dem Schneiden platt zusammen, was schmerzhaft und unnötig belastend ist. Verwende immer eine Krallenschere oder -zange, die speziell für Haustiere gemacht und passend zur Größe des Tieres ist. Eine kleine Krallenschere für Katzen ist für die dicken Krallen eines großen Hundes zu leicht, und eine grobe Hundekrallenzange ist für ein Kätzchen wiederum zu grob. Eine stumpfe Schere erhöht außerdem die Gefahr von Splittern statt eines sauberen, geraden Schnitts.

Modelle wie die Trixie Krallenschere de Luxe in 12 cm eignen sich für kleine Hunde und Katzen, während die 16-cm-Ausführung für mittelgroße bis große Hunde gedacht ist.

Fehler 3: das Haustier nicht ans Schneiden gewöhnen

Wer zum ersten Mal eine Krallenschere in die Hand nimmt und gleich alle Krallen schneiden will, riskiert, dass das Tier danach ängstlich auf Pfotenkontakt reagiert. Lass Welpen und Kätzchen von klein auf daran gewöhnen: fasse regelmäßig ruhig eine Pfote an, drücke sanft auf ein Zehchen, sodass die Kralle hervortritt, und belohne dieses Verhalten. Bei erwachsenen Hunden oder Katzen, die es noch nicht gewohnt sind, baust du das genauso langsam auf – schneide notfalls beim ersten Mal nur eine oder zwei Krallen und mach am nächsten Tag weiter.

Fehler 4: zum falschen Zeitpunkt schneiden

Ein Haustier, das gerade getobt, gespielt hat oder gestresst ist (etwa nach Besuch oder einem Gewitter), steckt voller Energie oder Anspannung – kein guter Moment, um ruhig eine Pfote festzuhalten. Wähle einen Zeitpunkt, an dem dein Haustier entspannt ist, etwa nach dem Spaziergang oder bei einer ruhigen Kuschelrunde auf dem Sofa.

Fehler 5: im falschen Winkel schneiden

Schneide die Kralle nicht gerade von oben ab, sondern in einem Winkel, der der natürlichen Krümmung der Kralle folgt, etwa parallel zur Unterseite der Pfote, wenn diese auf dem Boden steht. So bleibt die Kontaktfläche mit dem Boden normal, und du vermeidest scharfe Kanten, die sich in Teppich oder Kleidung verhaken.

Fehler 6: zu denken, Katzenkrallen müssten nicht geschnitten werden

Katzen, die viel am Kratzbaum kratzen, nutzen zwar die äußere Schicht ihrer Krallen ab, das ist aber nicht dasselbe wie eine kürzere Kralle – Kratzen dient dazu, die alte Krallenscheide zu lösen, nicht die Länge zu begrenzen. Besonders bei wenig aktiven oder älteren Katzen können Krallen unbemerkt zu lang werden und sich sogar in den Ballen einrollen. Kontrolliere deshalb auch bei Katzen regelmäßig alle Krallen, einschließlich der Kralle an der Innenseite der Vorderpfote.

Fehler 7: nicht auf Blutungen vorbereitet sein

Auch bei größter Sorgfalt kann eine Kralle versehentlich zu kurz geschnitten werden. Ohne Blutstillpulver griffbereit tropft eine Kralle oft minutenlang nach, was für dich und dein Haustier stressig ist. Kein spezielles Pulver zur Hand? Dann funktioniert notfalls auch etwas Mehl oder Speisestärke, fest angedrückt. Blutet es länger als zehn Minuten, wende dich an die Tierärztin oder den Tierarzt.

⚠️ Achtung: Bei Unsicherheit oder wenn eine Kralle entzündet, bis ins Nagelbett eingerissen oder locker ist, ist ein Tierarztbesuch immer die sicherste Wahl.

Fehler 8: zu lange mit dem ersten Schnitt warten

Je länger Krallen unberührt bleiben, desto weiter wächst auch das Blutgefäß in der Kralle mit. Dadurch wird es immer schwieriger, die Krallen wieder auf eine sichere Länge zu bringen, ohne das Leben zu treffen. Bei sehr langen, vernachlässigten Krallen ist es sinnvoll, über mehrere Wochen in kleinen Schritten zurückzuschneiden, damit sich das Leben zurückziehen kann – statt auf einmal stark zu kürzen.

Fehler 9: die Wolfskralle vergessen

Die Wolfskralle, weiter oben an der Innenseite der Pfote, berührt den Boden nie und nutzt sich deshalb nie von selbst ab. Bei vielen Hunden und manchen Katzen wird diese Kralle daher oft übersehen – mit dem Risiko, dass sie zu einer vollständigen Locke heranwächst und sich im schlimmsten Fall in die Haut bohrt. Kontrolliere diese Kralle deshalb immer separat, auch wenn die übrigen Krallen kurz aussehen.

Schritt für Schritt: so schneidest du Krallen richtig

  1. Wähle einen ruhigen Moment, in dem dein Haustier entspannt ist.
  2. Fasse die Pfote ruhig an und drücke sanft auf ein Zehchen, sodass die Kralle hervortritt.
  3. Schau bei hellen Krallen, wo das rosafarbene Leben beginnt; sei bei dunklen Krallen extra vorsichtig.
  4. Schneide in kleinen Schritten die Spitze ab, kurz vor dem Leben.
  5. Kontrolliere nach jeder Kralle den Querschnitt – stopp, sobald ein dunkler Punkt erscheint.
  6. Vergiss die Wolfskralle nicht.
  7. Belohne dein Haustier danach, auch wenn du nur ein paar Krallen geschafft hast.

Checkliste, bevor du beginnst

  • Krallenschere oder -zange passend zur Größe deines Haustiers
  • Blutstillpulver (oder Mehl/Speisestärke) griffbereit
  • Ruhiger, gut beleuchteter Ort
  • Belohnungen bereitgelegt
  • Genug Zeit – keine Eile

Häufig gestellte Fragen

Wie oft muss ich die Krallen meines Hundes oder meiner Katze schneiden?

Durchschnittlich alle zwei bis vier Wochen, je nachdem, wie viel dein Haustier auf hartem Untergrund läuft und wie schnell die Krallen wachsen.

Mein Haustier blutet nach dem Schneiden, was jetzt?

Drücke das blutende Krallenende einige Sekunden fest mit Blutstillpulver, Mehl oder Speisestärke an. Hält die Blutung länger als zehn Minuten an, wende dich an die Tierärztin oder den Tierarzt.

Mein Haustier verweigert das Krallenschneiden, was kann ich tun?

Baue es ruhig auf: Lass dein Haustier erst nur ans Anfassen der Pfote gewöhnen, dann an die Berührung mit der Schere ohne zu schneiden, und erst danach ans eigentliche Schneiden – immer mit Belohnung. Klappt es nach wiederholten Versuchen nicht, ist ein Hundesalon oder Tierarztbesuch eine gute Alternative.

Sollte ich lieber zu einem Hundesalon oder zur Tierärztin?

Zweifelst du an deinem eigenen Können, hat dein Haustier sehr dunkle Krallen, bei denen du das Leben nicht erkennen kannst, oder ist dein Haustier sehr ängstlich? Dann ist es sinnvoll, die ersten Male einen Hundesalon oder eine Tierarztpraxis aufzusuchen und es dort abzuschauen.

Zusammenfassung und Fazit

Krallenschneiden ist eine kleine, wiederkehrende Aufgabe mit großer Wirkung auf den Komfort deines Hundes oder deiner Katze. Die meisten Probleme entstehen nicht aus Unwillen, sondern aus Eile: zu viel auf einmal schneiden, das falsche Werkzeug benutzen oder die Wolfskralle übersehen. Baue es ruhig auf, arbeite in kleinen Schritten und halte Blutstillpulver griffbereit. Bist du unsicher? Ein Hundesalon oder deine Tierarztpraxis hilft dir gerne weiter.

Auf der Suche nach passendem Werkzeug? Für größere Hunde eignet sich beispielsweise die EBI Noir Krallenschere aus verzinktem Edelstahl mit ergonomischem Griff.

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